Rasputin – Marineland Antibes

Eisbär RASPUTIN - RASPOUTINE - Marineland - Antibes - 28.03.2016 - 1

Rasputin – *11. November 2007

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  • 11. November 2007 – 29. Dezember 2008 – Zoo Moskau
  • 29. Dezember 2008 – 22. April 2010 – Tiergarten Nürnberg
  • 22. April 2010 – Marineland Antibes

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Eisbär Rasputin alias Raspi, kam am 11. November 2007 im Zoo Moskau auf die Welt, seine Eltern sind die Eisbärin Murma und der Eisbär Untai.

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Der namenlose Eisbär verbrachte sein 1. Lebensjahr mit Eisbärmama Murma und einen Zwillingsbruder im Zoo Moskau. Der junge Eisbärenbub wurde während seiner Moskauer Zoozeit frühzeitig von Mutter und Geschwisterkind getrennt, da er sich körperlich kräftig und in seinem Wesen dominant zeigte.

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Im Alter von fast 14 Monaten trat der junge Eisbärenbub seine erste große Reise an. Die stämmige Pelzkugel sollte eigentlich ein neuer Bewohner für eine zoologische Einrichtung in Spanien werden. Da die dortigen „Wohnverhältnisse“ für das Eisbärenkind noch nicht fertig waren, schlug die Gunst der Stunde des Tiergarten Nürnberg.

Der kleine Eisbärmann war bestens dafür geeignet, dem handaufgezogenen Eisbärenfräulein Flocke Gesellschaft zu leisten.

Gesagt getan! Am 29. Dezember 2008 kam der namenslose Eisbär am Frankfurter Flughafen an und wurde dort von Mitarbeitern des Tiergarten Nürnberg freundlich in Empfang genommen. Weiter ging’s nach NürnBÄRg!

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Zu später Stunde im Tiergarten Nürnberg – Aqua Park angekommen, fraß der wohlgenährte Eisbärenjunge den Nürnberger Pflegern förmlich aus den Händen. Ruck Zuck fasste der Eisbärenbub Vertrauen zu „seinem neuen Personal“.

Während der namenlose Eisbärenbub die ersten Tage in den Innenstallungen des Eisbärengeheges im Aqua Park verbrachte, gab es die ersten regionalen Pressestimmen.

Nürnberg. Die Nürnberger Eisbärin Flocke bekommt Gesellschaft. Ein aus dem Moskauer Zoo stammender, kräftiger Bärenbursche soll das Single-dasein des weiblichen Jungtiers beenden. Der Bär sei bereits in Nürnberg eingetroffen, teilte die Tiergartenleitung am Dienstag mit. Der Transport sei an den Weihnachtstagen im Rekordtempo auf die Beine gestellt worden. Bevor beide Tiere zusammengebracht werden, sollen sie sich zunächst am sogenannten „Schmusegitter“ anfreunden. Man gehe sehr vorsichtig vor, weil der 163 Kilo schwere Jungbär „sehr kräftig und dominant im Verhalten ist“, sagte Zoochef Dag Encke. (dpa)

Ui-Ui-Ui! Flocke Fans waren förmlich aus dem Häuschen. Einerseits sehr erfreut, da das Eisbärenmädchen einen Spielgefährten bekam, anderseits auch ein wenig ängstlich berührt, da der kleine Eisbärenkamerad als sehr kräftig und vor allem dominant beschrieben wurde.

Ob DAS gut ging? – Und ob DAS gut ging!

Am 7. Januar 2009 war es dann soweit, die süße NürnBÄRgerin Flocke wurde mit dem kräftigen und noch namenlosen Moskauer vergesellschaftet, und es hat prima funktioniert. Der Eisbärenbub war ein kräftiges Kerlchen, aber von der Dominanz war wenig zu sehen. Rasputin wurde im „Spielparadies-Aqua-Park-Eisbären-Außenanlage“ abgestellt und musste nie mehr abgeholt werden. Jeden Grashalm und jedes Spielzeug hat die lustige Pelzkugel inspiziert und als toll empfunden. Und Flöckchen hat dabei ihren Artgenossen mit Argusaugen beobachtet.

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Rasputin (so wurde er in NürnBÄRg getauft) fühlte sich in im Tiergarten Nürnberg sichtlich wohl und Flocke hatte sich peu à peu mit ihren Spielkameraden angefreundet. Bereits am im Februar 2009 wurde im Schnee intensiv MITEINANDER gekuschelt.

Der stramme Eisbärenbub hatte mit seiner Art und Weise das Herz der Besucher im Sturm erobert. Mit seiner Spielfreude und seiner Aktivität wurde er ganz schnell DER Gute-Laune-Bär. Flockes Launen, Veras Nachbarschaft nix rein gar nix konnte den lustigen Eisbärenkerl erschüttern. Rasputin war mit seiner Eisbärenwelt völlig im Reinen. Er ist einfach ein „cooler Knabe“, genauso beschrieb der Nürnberger Tiergarten-Chef Dag Encke den feinen Moskauer Eisbärenbub.

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Eisbär Rasputin und Eisbärin Flocke verbrachten von Januar 2009 bis April 2010 eine wunderbare Zeit im Tiergarten Nürnberg. Raspi brachte Flocke ordentlich „eisbärisch“ bei, und das Eisbärenmädchen hat ganz schnell gelernt. Beide machten den Besuchern und den Eisbärenfreunden ganz viel Freude und waren sozusagen ein wunderbares „Dream-Team“, das man nicht mehr trennen mochte.

Und das fand auch gar nicht statt!

Rasputin war nicht mehr als Spanier im Gespräch, sondern als Südfranzose. Das neue Zuhause des lustigen Eisbärenkerls war nun Antibes und nicht mehr Madrid. Nun gut! Es war, wie es war und Rasputin musste nicht ALLEINE reisen. Nicht ohne SEIN Eisbärenmädchen. Sein lieb gewonnenes Flöckchen ging mit IHREN Raspi außer Haus.

Am 22. April 2010 war es dann so weit, beide Eisbären zogen GEMEINSAM in ihr neues Zuhause nach Marineland/Antibes.

Trauerstimmung und Freude zugleich bei den Eisbärenfreunden von Flo und Raspi. Eine gewisse Traurigkeit, weil beide nicht mehr im Tiergarten Nürnberg präsent waren, und Freude, weil beide Eisbären ZUSAMMENBLEIBEN konnten.

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In Marineland/Antibes wartete auf Rasputin nicht nur eine neue Sprache, sondern auch eine nigelnagelneue Eisbärenanlage, in der er sich nach einer gewissen Zeit gut eingelebt hatte.

Der Gute-Laune-Bär hat wie in Nürnberg genau so schnell das Zuschauer- wie auch das Pflegerherz erobert. Für seine französischen Pflegern ist Raspi-Bombasti einfach „ein guter Eisbär“.

Die Zeit und das Eisbärenleben verstreichte auch in Südfrankreich und aus dem jugendliche Raspi ist ein gestandener Eisbärenkerl geworden.

Und nicht nur das! Durch eine erfolgreiche „Saison d’amour“ 2014 ist der gebürtige Moskauer zum ersten Mal Eisbärenpapa geworden.

Im Frühjahr 2015 begann dann das Leiden des jungen Rasputins. Auch ihn traf das Los eines Eisbärenmannes der bei der Erziehung außen vor ist. Der erste Frühling ohne Flocke und dann noch der Geruch eines Eisbärenkindes. Keine gute Zeit für den strammen Rasputin.

Mit Unterstützung seiner Pfleger hat man Rasputin durch die schwierige Anfangszeit als frischgebackener Eisbärenpapa gebracht. Entspannte Aufenthalte im Innenbereich des Geheges verbunden mit Spielzeug und Leckerlis machten sein Single-Dasein erträglicher.

Rasputin wäre nicht Raspi, auch das hat er wohlwollend angenommen und macht wie immer das Beste aus seinen Eisbärenleben.

Wie war das nochmal?! Ach ja! Rasputin ist einfach „ein cooler Knabe“!

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