VILMA† – Aalborg Zoo/DK

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VILMA ♀ – * 3. Dezember 2002 – †3. November 2016

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  • 3. Dezember 2002 – 6. Januar 2004 – Zoo Rostock
  • 6. Oktober 2004 – 5. Februar 2008 – Tiergarten Nürnberg
  • 5. Februar 2008 – 10. Dezember 2010 – Zoo Rostock
  • 10. Dezember 2010 – 23. Oktober 2013 – Zoo Wuppertal
  • 23. Oktober 2013 – 21. Oktober 2016 – Zoo Rostock
  • 21. Oktober 2016 – 3. November 2016 – Aalborg Zoo

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Eisbärin Vilma kam am 03. Dezember 2002 im Zoo Rostock auf die Welt, ihre Eltern sind die Eisbärin Vienna und der bereits verstorbene Eisbär Churchill.

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Vilma wuchs mit ihrer Eisbärenmama Vienna im Zoo Rostock auf.
Kaum war Vilma ein Jahr alt, bekam sie Gesellschaft von einer gleichaltrigen Eisbärin namens Vera, die im Zoo Mokaus geboren ist.
Vilma und Vera waren übernacht „Schwestern“ und wurde auf ein „gemeinsames Miteinander“ in ihren zukünftigem Zuhause dem Tiergarten Nürnberg vorbereitet. Dort bildeten sie zusammen mit dem ein Jahr älteren Eisbären Felix als „junge Wilde“ DIE neue Eisbärgruppe auf der frisch renovierten und umgebauten Eisbärenanlage des Tiergarten Nürnberg.

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Die Jugend verging und Vilma war geschlechtsreif und paarungsbereit für und mit Eisbär Felix. Und so kam es, dass die junge Eisbärin am 30. November 2007 Eisbärenzwillinge zur Welt brachte. Über Wochen versorgte die fünfjährige erstgebärende Eisbärin ihren Nachwuchs vorbildlich, doch irgendwann schlug sie gegen die Schiebertür im Käfig.

Es war Anfang 2008 und Vilmas Eisbärenbabys waren nicht mehr da.
Zum damaligen Zeitpunkt hatte der Tiergarten Nürnberg keine Kameras in der Wurfhöhle eingesetzt und so konnte man nicht wirklich nachvollziehen, was mit den Zwergen tatsächlich passiert ist.
Vermutlich waren die Kinder nicht gesund und Vilma hat, wie es Eisbärinnen auch in der freien Wildbahn tun, ihren kranken, schwachen und/oder nicht überlebensfähigen Nachwuchs aufgefressen.

Die spielfreudige Vilma betrat ohne Nachwuchs wieder die Eisbärenanlage im Aqua Park und tobte vor sich hin. Doch es dauerte nicht mehr lange und Vilma musste Koffer packen und Nürnberg verlassen.
Im Aqua Park wurde Platz benötigt, und zwar für die kleine Eisbärin Flocke, die mit der Hand aufgezogen wurde. Zwei Außenanlagen und drei Eisbärinnen, da war eine zu viel.

Vilma musste weichen und so kehrte die hübsche Eisbärin an ihren Geburtsort den Zoo Rostock zurück. Dort traf sie wieder auf ihre Mutter Eisbärin Vienna und Eisbärin Arcta. Vienna machte ihr das Leben ein wenig schwer, aber Vilma arrangierte sich mit ihrer dominanten Mutter und respektierte deren Verhalten bis zum 10. Dezember 2010.

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Denn am 10. Dezember 2010 ging Vilma mal wieder auf Reisen. Das Ziel war der Zoo Wuppertal, wo der gut aussehende Eisbär Lars schon auf seine neue Lebensgefährtin wartete.

Vilma lebte sich schnell und gut in Wuppertal ein und nicht nur das, am 29. Dezember 2010 wurde sie mit Lars relativ erfolgreich zusammengeführt und vergesellschaftet, die Anäherung erfolgte friedlich und harmonisch in den nächsten Tagen peu à peu. Vilma und Lars mochten sich, der Frühling 2011 samt Paarungszeit konnte ruhig kommen. Die Paarung kam und siegte.

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Am 4. Januar 2012 kam ein kleiner Eisbär auf der Welt, mit dem eigentlich keiner mehr gerechnet hatte, aber dennoch auf dem Bildschirm war. Ein später und ungewöhnlicher Zeitpunkt für eine Eisbärengeburt in deutschen Zoo. Aber es war, wie es war und die eisbärige Überraschung war gelungen. Eisbärin Vilma wurde Mama von einem niedlichen Eisbärenmädchen, die den hübschen Namen Anori bekam.

Vilma machte in den ersten wichtigen Wochen und Monaten alles richtig bei ihren kleinen Wonneproppen und so kam es, dass Vilma ihren süßen Nachwuchs im Frühjahr 2012 dem Wuppertaler Zoopublikum präsentierte.

Doch bevor man Klein Anori und ihre Mama Vilma Ende März auf beiden Eisbärenanlagen im Zoo Wuppertal öffentlich genießen konnte, musste für Eisbärenpapa Lars ein neues Zoo-Zuhause gefunden werden, schließlich hat er als Eisbärenmann mit der Erziehung des Kindes so rein gar nix am Hut. Das ging relativ schnell. Lars ging in den Zoo Rostock.

Vilma zeigte sich als gute Erzieherin und Anori ihr spielfreudiges Eisbärenkind war ganz klar der kleine große Star im Zoo Wuppertal 2012.

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Auch 2013 sorgten Vilma und Anori für gute Stimmung im Wuppertaler Zoo, wo sie vielen Zoobesuchern mit iher bloßen Anwesenheit und großer Spiellust viel Freude bereiteten.

Im Herbst trennten sich dann die gemeinsamen Wege vom Eisbärenmutter und Eisbärentochter.
Anori blieb im Zoo Wuppertal und Vilma zog es am 23. Oktober 2013 in ihren Heimatzoo Rostock zu Eisbär Lars.

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Wie nicht anders erwartet, stimmte auch im Jahr 2014 die Chemie zwischen der Rostockerin Vilma und dem Münchner Lars.
Die beiden verstanden sich so gut, dass ihre diversen Liebesakte von Erfolg gekrönt war.

An ihrem eigenen Geburtstag am 3. Dezember 2014 beschenkte Vilma sich sozusagen selbst. Die Eisbärin gebar einen kleinen quirligen Eisbären, der Vilma schon in der Wurfhöhle auf Trab hielt.

Vilma war wieder eine vielbeschäftigte und vor allem sehr gute Mama. Groß und stark wurde ihr eisbäriger Wonneproppen, der sich am 6. Februar 2015 als kräftiger kleiner Eisbärenmann entpuppte.

Nach 10 Jahren gab es endlich mal wieder Eisbärennachwuchs auf der Bärenburg. Am 25. März 2015 hatte das Warten ein Ende. Vilma und ihr Sprössling zeigten sich zum ersten Mal auf der Mutter-Kind-Anlage den begeisterten Rostocker Zoobesucher.

Es dauerte gar nicht lange dann kam es erneut zu einem eisbärigen Höhepunkt in und an der Bärenburg. Der kleine Eisbärbube wurde am 31. März 2015 hochoffiziell getauft und bekam den Siegernamen Fiete.

Ab sofort war wieder „junges Leben“ auf der Bärenburg. Fiete avanciert zum absoluten Publikumsliebling der zusammen mit Mama Vilma die Außenanlage rockte, Oma Vienna war nebenan und Papa Lars konnte wie immer an seinem Vaterglück nicht teilhaben. Deswegen packte der Eisbärenmann am 1. April 2015 seine Koffer und reiste in den Aalborg Zoo in Dänemark, wo er Eisbärin Malik bis dato Gesellschaft leistet.

Die Zeit raste nur so dahin und das wunderbare Mutter-Sohn-Gespann, feierten standesgemäß am 3. Dezember 2015 ihren gemeinsamen Geburtstag auf der Bärenburg. Vilma wurde 13 Jahre jung und der lütte Fiete vollendete sein 1. Lebensjahr.

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2016 war ein spezielles Jahr für die Eisbären im Zoo Rostock.
Die Planungen und Finanzierungen für die neuen Eisbärenanlage „Polarium“ liefen ja schon seit Jahren in vollem Gange. Langsam aber sicher zeichnete sich der Endspurt ab und es mussten Taten folgen, das bedeutete, das spätestens im Herbst 2016 die Rostocker Eisbären in ein Zoo-Übergangs-Zuhause umziehen mussten.

Eisbär Fiete entwickelte sich zu einem strammen und sehenswerten Eisbärenbuben, der noch immer ein enges Verhältnis zu seiner Mama pflegte. Außerdem teilten beide Eisbären weiterhin eine Eigenschaft, die beide mit der Muttermilch aufsaugten, die absolute Spielfreudigkeit.

Leider verging der Frühling und der Sommer wie im Fluge für Fiete, Vilma und Vienna und so wurden die feinen Rostocker Eisbären mit einer feinen Feier von der historischen Bärenburg mit Wehmut und mit einer gewissen Vorfreude auf das neue Polarium verabschiedet.

 Am 21. Oktober 2016 war es Vilma, die als Erste ihre Reise in den Zoo Aalborg antrat. Vilma kam gesund und munter im dänischen Zoo an und traf auf einen alten Bekannten namens Lars. Auch dieses Wiedersehen lief friedlich und harmonisch ab, man kennt sich schließlich.

Eisbärensohn Fiete noch allein und daheim in Rostock, bevor er am 11. November 2016 in den Nyíregyháza Zoo nach Ungarn ging, schmollte und weinte nach der Mama, das legte sich aber nach ein paar Tagen.

Vilma hatte sich gut eingelebt im dänischen Zoo, doch dann kam eine unfassbare traurige Nachricht aus Aalborg. Am 3. November 2016 lag Vilma am frühen Donnerstagnachmittag leblos auf der Anlage. Der Grund war völlig unklar. Eine tiermedizinischen Untersuchung und Obduktion soll Klarheit geben.

Vilma eine wunderhübsche Eisbärin ist viel zu jung gestorben, sie lebt in ihren Kindern Anori und Fiete weiter und bleibt bei vielen Eisbärenliebhabern in deren Herzen. Bei ihren Pflegern und Betreuern sowieso.

Leb‘ wohl Vilmalä...

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